der anfang ist gemacht – das 1. german streetphotography festival 2019 in hamburg

Samstag 00:55 mein Wecker klingelt – scheiße, ich hab doch keine Lust…

Aber erstmal zurück auf Anfang. In Deutschland herrscht Aufbruchstimmung, die streetfotografie-Szene formiert sich. Es bilden sich Kollektive und immer mehr Fotografen treten aus ihrem Schattendasein ins Licht der Öffentlichkeit. Man möchte sich austauschen, kennenlernen, vernetzen – sehr viel passiert über die sozialen medien, man „kennt“ sich, kennt die Arbeiten der anderen. In zunehmenden Maße finden aber inzwischen auch persönliche Kontakte statt, man trifft sich, geht gemeinsam fotografieren – langsam aber stetig wächst eine echte community. Ich war kürzlich in Berlin und hatte die Gelegenheit spontan Martin U. Waltz kennenzulernen. Und ich war angetan, wie offen und unkompliziert auch die „großen“ der Szene doch sind!

Und in genau diese Aufbruchstimmung kommt im Fühjahr die Ankündigung und schlägt ein wie eine Bombe

– im Juni soll es stattfinden, das erste German Streetphotography Festival. Für mich steht schnell fest, das möchte ich mir nicht entgehen lassen! Anfänglich gibt´s kaum weitere Informationen, erst so nach und nach entsteht ein Programm – Ausstellung, Fotowettbewerb, Symposium. Und dann, einige Wochen vor dem Termin die Einladung, auch die deutschen Streetfotografie-Kollektive sollen die Gelegenheit bekommen, sich vorzustellen…

 Na dann, hilft ja doch nix

– raus aus dem Bett! Mit dem Nachtzug geht´s nach Hamburg – Österreichische Bundesbahn – Ankunft überpünktlich 8:43Uhr. Das Wetter ist perfekt, strahlender Sonnenschein und mein Weg führt mich zu Fuß einmal ans andere Ende der Außenalster zum Veranstaltungsort ins Goldbeckhaus. Vorfreude und Nervosität steigen, im Kopf formiert sich so langsam der Text zu meiner Präsentation. Und dann bin ich mitten drin – tolle Ausstellung, beeindruckende Siegerbilder aus dem Fotowettbewerb, erste persönliche Kennenlernen, erste Gespräche, die Vorträge starten, ein Kollektiv nach dem anderen stellt sich vor. 

Irgendwann bin schließlich auch ich an der Reihe

und es läuft besser als gedacht, das feedback ist durchweg positiv. Wir konnten zeigen, wer wir sind, einige unserer Arbeiten präsentieren und ein wenig für uns und unsere Sache Werbung machen. Und auch wenn ich es schrecklich finde, mich selber auf der Bühne reden zu hören, das Video zum Vortrag findet ihr auf Instagram unter @nuernberg_unposed_collective in den Story-Highlights.

Aber auch unabhängig davon,

aus meiner Sicht war das Festival ein riesen Erfolg und ich bin, wenngleich es ein sehr anstrengendes Wochenende war, froh und glücklich, dass ich den Weg auf mich genommen hab!

Die anfangs erwähnte positive Stimmung war auch hier, in der „realen Welt“ zu spüren, es gab inspirierende Gespräche, ich hab viele tolle und auch bekannte Fotografen kennen gelernt – wie oben schon gesagt, alle super offen, umgänglich und unkompliziert. Die Vorträge waren durch die Bank hochwertig, informativ und teils mehr als unterhaltsam. Ein kleiner Wermutstropfen, den ersten Tag mit Eröffnungsabend und dem SoulofStreet-Fotowalk hab ich leider verpasst. Für´s Fotografieren musste ich mir allerdings trotzdem Zeit nehmen, wann kommt man schon mal nach Hamburg?

Insgesamt bin ich mir sicher, dass das Festival der deutschen Szene enorm Auftrieb verleihen wird und in Zukunft eine Fortsetzung erfahren und wachsen wird – ich bin gespannt!

Es ist wie sooft, viele Reden darüber aber irgendwann muss es jemand in die Hand nehmen! Daher danke an die Initiatoren Marco Larousse, Siegfried Hansen und Martin U. Waltz – ihr habt grandiose Arbeit geleistet. Danke aber auch an die Sponsoren, die Kollegen der übrigen Kollektive und die anderen Referenten wie Birka Wiedmaier und Pia Parolin – die übrigens im Juli mit ihrer Promenadenausstellung in Nürnberg gastiert.

Klasse inhaltliche Zusammenfassungen und viele, viele weitere Eindrücke findet ihr z.B. im blog bei Stefan Groenveld und Kai Behrmann alias Gate7 hat dem Festival eine ganze podcast-Folge gewidmet – beides sehr empfehlenswert…

Nachtrag: inzwischen gibt es noch soviel mehr – lasst euch mitnehmen von Samuel L. Hopf und Martin U. Waltz ….

Ich freu mich auf das nächste Jahr und auf möglichst viele Treffen bis dahin,

gerald

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