gastbeitrag: SIEGFRIED HANSEN – vom jäger zum sammler

Im Frühjahr wird uns Siegfried Hansen in Nürnberg die Ehre geben und vom 24. bis 26. April für einen Workshop hier gastieren. Nachdem Vorfreude ja bekanntlich die schönste Freude ist, gibt er uns hier schon mal einen kleinen Vorgeschmack und lässt uns über die Schulter kucken…
– herzlichen Dank dafür Siegfried und der blog gehört dir!

Ende April gebe ich in Nürnberg einen Workshop, zum Thema „Vom Jäger zum Sammler“, auf den ich mich sehr freue!

Seit ca. 15 Jahren fotografiere ich nach einer bestimmten Vorgehensweise, mit einem System, das ich PILOT nenne. Mit diesem System sind zu 95 % aller meiner bekannten Bilder entstanden. In meinen Workshops und Vorträgen zeige ich das anhand von diversen Beispielen.

PILOT (englisch) – wird in 5 Punkten aufgegliedert

  • Places (Plätze)            
  • Inspiration (Inspiration)                
  • Layer (Ebenen)                          
  • Objects (Objekte)                      
  • Themes (Themen)
©Siegfried Hansen

Ich greife mal einen Punkt raus, um zu zeigen, wie das genau funktioniert. Bei dem PILOT System gibt es den Punkt Objekte. Das bedeutet, ich sammele viele verschiedene und unterschiedliche Objekte wie z.B. Eistüten.

Im ersten Moment wird man überrascht sein, warum ein Street-Fotograf Eistüten sammelt. Aber dadurch, dass der Fotograf seine Wahrnehmung auf seine Umgebung ändert, entstehen neue Motivmöglichkeiten. Durch diesen neuen Trigger im Kopf, sieht man auf einmal sehr viele Eistüten.

Der nächste Schritt ist, das spezielle Objekt in seiner jeweiligen Umgebung zu betrachten. Das heißt, das Sehen mit dem Vorder- und Hintergrund oder umgekehrt.

Nach einiger Zeit ist der Trigger z.B. Eistüten so verankert, dass man das Objekt zwar sieht, aber nicht jede Eistüte, sprich jedes Objekt ist dann interessant. Der Fokus liegt dann nur noch auf außergewöhnliche Eistüten-Situationen.

Wie diese Beispiele zeigen.

©Siegfried Hansen
©Siegfried Hansen

Vorteile dieser Methode:

  1. Die Kamera wird ständig benutzt, je mehr Trigger man sich setzt.
  2. Es erhöht sich automatisch die Konzentration, man beobachtet mehr.
  3. Das Objekt wird dokumentiert, z.B. wird es in 10 Jahren vielleicht keine Telefonzellen mehr geben.

In meinen Workshops zeige und erläutere ich diese Technik anhand weiterer Beispiele. (im Blog ist nur ein Teil der Vorgehensweise beschrieben).

Ich lege sehr großen Wert darauf, dass meine Workshops klein sind (max. 5-6 Teilnehmern), so dass ich für jeden Teilnehmer individuell Zeit habe, um die Theorie erfolgreich in die Praxis umzusetzen. Dieses Jahr gebe ich zusätzlich noch Wochenende- oder 4 Tage Workshops in München (Oktoberfest), Iserlohn (Observe-Festival), Köln, Nürnberg und Hamburg.

Autoreninfo: Siegfried Hansen aus Hamburg, ist Fotograf und Mitglied des internationalen Kollektivs UPPHOTOGRAPHERS ehemals iN-PUBLIC. Bilder von Siegfried erschienen unter anderen in den Büchern Street Photography Now, Streetfotografie made in Germany und Street Photography a history in 100 Pictures. Sein eignes Buch „hold the line / Siegfried Hansen“ wurde 2014 vom Kettler Verlag veröffentlicht und ist mehrfach ausgezeichnet worden. Viele Bilder von ihm sind in Einzel- und Gruppenausstellungen in Europa und den USA ausgestellt worden. Außerdem ist er Sprecher und Juror bei zahlreichen internationalen Fotofestivals. Sein umfangreiches Wissen sowie seine langjährigen Erfahrungen in der Streetfotografie vermittelt er in seinen sehr gefragten Workshops und Einzelcoachings.

One Comment on “gastbeitrag: SIEGFRIED HANSEN – vom jäger zum sammler”

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