10.juli 2021 – endlich, ein lange gehegter traum wird wahr!

Schon von Anfang an steht ein Punkt ganz weit vorne auf der Agenda unseres Kollektivs: die Vernetzung und der Austausch mit anderen Streetfotografen. Viel hat sich in der Richtung getan, wir haben Freundschaften geschlossen, uns besucht und gegenbesucht, gemeinsam fotografiert. Es gibt unsere Kollektivkarte sowie eine Liste mit in Deutschland lebenden Streetfotografen und es gab auch schon überregionale Videokonferenzen. Der bisherige Höhepunkt war aber ganz klar dieser Tag im Juli. Etwa 50 Fotografen aus ganz Deutschland und der Schweiz sind dem Aufruf gefolgt und haben sich in Frankfurt am Main getroffen – nach den vielen Entbehrungen der letzten Monate quasi ein Befreiungsschlag, die Szene rückt wieder einen Schritt enger zusammen.

Im Nachhinein war alles ganz leicht und man fragt sich, warum nicht schon viel früher…? Ursprünglich gedacht als ungezwungenes zentrales Treffen der Streetkollektive war von vornherein aber klar, es soll niemand ausgeschlossen werden, jeder ist willkommen. So wurden Ankündigungen und Einladungen über die diversen Kanäle verschickt und die Resonanz war überwältigend. Schritt für Schritt nahm das Ganze Gestalt an, ohne große Diskussionen, mit minimalem Aufwand. Auf ein großes Programm wurde bewusst verzichtet, ging es doch in erster Linie darum, sich zu treffen. Um Anreise und ggf. Übernachtung kümmerten sich die Teilnehmer selbst und ein Teil reiste schon am Vortag an. Über eine eigens eingerichtete WhatsApp-Gruppe war dann auch schnell das Abendprogramm abgesprochen und man munkelt es war sehr unterhaltsam…

Auch wir fieberten dem Treffen entgegen und konnten es kaum mehr erwarten, als wir uns am Samstagmorgen endlich auf den Weg machten. Vom Bahnhof kurz ins Hotel und auf dem Weg schon mal die ersten Grüppchen getroffen, teils noch mit sichtbaren Spuren vom Vorabend. Um 12Uhr war dann der offizielle Start angesetzt – wir trafen uns im großzügigen Innenhof des Uni Campus Bockenheim. Gude, was für ein toller Moment, die ganze Truppe versammelt zu sehen! Darunter viele, inzwischen lieb gewonnene Kollegen und Freunde und viele unbekannte Gesichter mit aber wohl vertrauten instagram-AKAs. Schon hier entwickelte sich ein völlig ungezwungener und angeregter Austausch. Nach kurzer Begrüßung stellten dann Stefan und Gerald das Tagesprogram vor – zieht gemeinsam los, fotografiert und habt Spaß. Es sollte einen Zwischentreffpunkt geben, bevor sich am späten Nachmittag alle an der Untermainbrücke zur gemeinsamen Guerilla-Ausstellung wieder versammelten. Hierzu wurde jeder im Vorfeld aufgerufen, 2-3 Prints mitzubringen.

In den unterschiedlichsten Grüppchen ging´s dann in Richtung Innenstadt. Jeder nutzte die Zeit auf seine Art, es wurde teils mehr, teils weniger ergiebig fotografiert, gefachsimpelt oder einfach nur über dies und jenes gequatscht. Aber alle mit denen man sich unterhielt, genossen die Atmosphäre und hatten Spaß. Die Zeit verging viel zu schnell, im Nu war es 17Uhr und wir fanden uns am Mainufer wieder. Ein fantastischer Tag bis dahin, könnte das noch getoppt werden – JA, definitiv. Was folgte, stellte sich nämlich als der würdige Höhepunkt und das unbestrittene Highlight des ganzen Events heraus, die Guerilla-Ausstellung.

Was zunächst noch etwas schüchtern begann, entwickelte schnell ein fantastisches Eigenleben. Ruckzuck war ein Pfeiler der Untermain-Brücke mit Streetfotos tapeziert. Bei bestem Wetter und regem Publikumsverkehr dauerte es dann auch nicht lange, ehe die ersten Passanten interessiert stehen blieben. Das Konzept der Ausstellung war simpel, „Fotos von der Straße für die Straße“. Auf einem eigens designten Plakat stand daher auch, dass die Bilder mitgenommen werden durften. Wir freuten uns wie kleine Kinder, als dies tatsächlich der Fall war. In der Folge kam es dann auch hier schnell zu interessanten Gesprächen mit den „Besuchern“ unserer Ausstellung und das Feedback war durchweg positiv. So dauerte es auch nicht lange, bis der Großteil der Bilder ein neues Zuhause gefunden hatte. Wir waren nach unserer eigenen Guerilla-Ausstellung vor einigen Wochen ja schon rechte euphorisch, diese gemeinsame Aktion übertraf dies allerdings nochmal um Welten! Im Vergleich muss man konstatieren, dass sicher ein ganz entscheidender Faktor für das Gelingen die Wahl des Standortes ist…

Im Anschluss lockerte sich die Gruppe wieder etwas auf, einige zogen zusammen nochmal zum Fotografieren los, trafen sich im Biergarten oder am Dönerboot (zurecht eine Institution in Frankfurt!), ein Teil machte sich so langsam auf den Heimweg. Für uns endete der Abend dann nach kurzem Zwischenstopp an der Hotelbar. Nachdem die ersten Bilder gesichtet und bearbeitet wurden, fielen wir glücklich, zufrieden und beschwingt in unsere Betten.

Am nächsten Morgen traf man sich dann zum gemeinsamen Frühstück. Hier zahlte es sich aus, dass dank vorheriger Absprachen ein Großteil der Teilnehmer im selben Hotel gebucht hatten. So konnte man gemeinsam nochmal den Tag Revue passieren lassen und Pläne für die Zukunft schmieden. Schließlich hieß es dann aber auch für uns aufbrechen. Über kleinere fotografische Umwege machten wir uns auf in Richtung Bahnhof, wo mittags die Unternehmung „Meet and Street 2021“ endete.

Auch jetzt, nach einigen Tagen, hat die Begeisterung für das Event nicht wirklich nachgelassen, im Gegenteil. Die WhatsApp-Gruppe glüht, erste Erfahrungsberichte sind geschrieben, ein Beitrag für die kommende Ausgabe der Soul of Street ist in Arbeit und immer mehr Bilder schaffen es in die sozialen Medien und tummeln sich unter dem gemeinsamen Hashtag #streetFFM2021. Auch international hat unserer Treffen Aufmerksamkeit erregt, inzwischen hat uns z.B. eine Anfrage aus Vancouver erreicht, nach Tipps für eine eigene Guerilla-Ausstellung!

Zusammenfassend bleibt zu sagen – ein Traum wurde wahr, die Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen, die Aktion war ein voller Erfolg! Es war herrlich zu sehen, wie unkompliziert alles zueinander fand, wie der Tag sein Eigenleben entwickelte und wir wieder ein Stück näher zusammenrückten. Am Ende waren sich alle einig, es muss und wird eine Wiederholung geben!

Bis dahin also, man sieht/hört/schreibt sich…

Gerald

PS: weitere Eindrücke findet ihr bei Philipp Meiners und Philipp Stenglin – to be continued… zudem dürft ihr euch schon auf die kommende Ausgabe der Soul of Street freuen…!

und hier, last but not least, unsere persönlichen Lieblingsbilder:

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